Gründerwerkstatt Kreativwirtschaft: Von der Idee zum Konzept!

Anika Beller-Kraft überzeugte die Jury mit der neuen Kulturmarke zechenkind

Am 11. Februar wurde es für die zehn Teilnehmer/-innen der ersten Gründungswerkstatt Kreativwirtschaft richtig spannend. Im Dortmunder Depot mussten sie ihr Geschäftskonzept in wenigen Minuten überzeugend und knackig einer unabhängigen Jury präsentieren. Über drei Monate hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an ihren Konzepten gearbeitet. Am Anfang stand meist nur eine Idee – jetzt haben sie ein stichhaltiges Geschäftskonzept in der Hand. Der Weg dahin war nicht einfach. Die meisten Teilnehmer hatten zu Beginn zwar jede Menge kreatives Potential, von der betriebswirtschaftlichen Umsetzung ihrer Ideen jedoch wenig Ahnung. Mit gezielten Fachvorträgen, Einzelgesprächen mit Unternehmensberatern und Workshops wurden die Gründerinnen und Gründer von morgen auf ihre angestrebten unternehmerischen Tätigkeiten in der Kultur- und Kreativwirtschaft vorbereitet. Die Jury – bestehend aus Vertreter/-innen aus Wirtschaft, Politik und Hochschule – hatte die Aufgabe, die Businesspläne nach Kriterien wie „Kreativität und Innovation“, „Marktfähigkeit“ und „Wachstumspotential“ bewerten. Wie vielfältig die Kultur- und Kreativwirtschaft ist, lässt sich schon an der Bandbreite der Gründungsprojekte erkennen; diese stammen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Film, Tanz, Kunst, Fotografie, Musik, Event, Mode und Verlagswesen. Die Jury war nicht nur von der Kreativität und Originalität der Präsentationen, sondern auch von der betriebswirtschaftlichen Qualität begeistert. Umso schwieriger war es, die besten drei Konzepte zu identifizieren.

Anika Beller-Kraft, die an der TU Dortmund Journalistik studiert hat, hat die Jury am besten vom kreativen und unternehmerischen Potential ihrer Gründungsidee überzeugen können. Unter dem Label der Kulturmarke zechenkind möchte die Nachwuchsunternehmerin Taschen und Accessoires aus recycelter Bergarbeiterkleidung – handgemacht im Ruhrgebiet – an Pottbewohner und –touristen verkaufen. Erwerben kann man die außergewöhnlichen Produkte „mit Geschichte“ über die Homepage www.zechenkind.de oder in Kürze im Shop von HEIMATDESIGN. Die Designerin und diplomierte Journalistin sagt über ihre Marke: „zechenkind würdigt die Geschichte des Ruhrgebiets. Durch meine Produkte werden die Bergbauhistorie und die harte Maloche von Bergarbeitern in die Gegenwart transportiert und neu interpretiert. Die Marke ist eine Schnittstelle zwischen dem alten und dem neuen Ruhrgebiet mit Blick in die Zukunft.“

Platz 2 belegt die Diplomdesignerin Arzo-Carina Renz (Fachhochschule Dortmund) mit ihrer Gründungskonzept für ein Studio für Tribal Belly Dance names „Le Serpent Blanc“. Von ihren Qualitäten als Tanzlehrerin konnte die angehende Gründerin die Jury auch dadurch überzeugen, indem sie eine ihrer „Meisterschülerinnen“ im aufwendigen Kostüm vortanzen ließ. Arzo-Carina hat in ihrer Diplomarbeit ein Lehrbuch für Belly Dance geschrieben und gestaltet – das erste dieser Art in deutscher Sprache. Für die Bochumerin ist klar: „Tribal Belly Dance ist nicht nur eine Tanzform, sondern ein Lifestyle“.

Einen Platz auf dem Gewinnertreppchen bekamen auch Mirjam Gille und Aylin Yavuz für das Kozept ihres Kinderbuchverlags „Gillvuz“. Aylin Yavuz, die Illustratorin der Bücher, hat in Dortmund Germanistik und Kunst auf Lehramt studiert, ihre Kollegin Mirjam Gille studierte Germanistik und Sozialpädagogik und beschäftigt sich in ihrem Dissertationsvorhaben mit der Inszenierung von Prinzessinnen in der Literatur. Die Bücher, die die beiden gemeinsam „für Kinder und andere Intellektuelle“ gestalten und herausbringen, zeichnen sich durch einen hohen ästhetischen und inhaltlichen Anspruch aus. Bisher gibt es drei Bücher: „Wie die Prinzessin zur Erbse kam“, „Spieglein, Spieglein…“ und „Warum die Liebe blind ist“. Das erste Buch ist bereits vergriffen.

Die besten drei Teams dürfen sich über die von der Wirtschaftsförderung Dortmund gestifteten Geldpreise in Höhe von 1.500, 1.000 und 500 Euro freuen. Aber auch die anderen Teilnehmer dürfen sich als Gewinner sehen: „In so kurzer Zeit ein eigenes Geschäftskonzept erarbeitet zu haben, das ist Ihr Hauptgewinn!“, so Projektkoordinatorin Angela Märtin.

Ab April 2009 können sich Gründungsinteressierte für die zweite Runde der Gründerwerkstatt bewerben. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Studierende, Mitarbeiter/-innen und Absolventen der Technischen Universität Dortmund und der Fachhochschule Dortmund.

Die Gründerwerkstatt wird von der Wirtschaftsförderung Dortmund und dem Creativzentrum der Volkshochschule im Rahmen des Projekts kultur.unternehmen.dortmund organisiert. kultur.unternehmen.dortmund berät kreative Köpfe aus den Dortmunder Hochschulen bei ihrer Unternehmensgründung und begleitet sie von der Ideenfindung bis zur Umsetzung. Das Projekt bietet neben dem Teilprojekt „Gründerwerkstatt“ intensive Qualifizierungsangebote, umfassende Beratung sowie Starterbüros für angehende Unternehmerinnen und Unternehmer, die in der Kultur- und Kreativwirtschaft Fuß fassen wollen. Das Projekt wird im Rahmen der EXIST-Initiative mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Europäischen Strukturfonds unterstützt. Mehr Informationen zum Projekt sowie aktuelle Hinweise für Kreative in Dortmund und Region gibt es auf der Homepage www.kultur-unternehmen-dortmund.de

 

 
     
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